Trage Deinen Schmerz

10 03 2014

(c) Bernhard Friedrich

Trage Deinen Schmerz wie eine Kerze.
In deinem Herzen.
Lass ihn Dein Innerstes erhellen.

Tragen Deinen Schmerz wie einen Schirm.
Über Dir.
Er kann das Unwichtige von Dir fernhalten.

Trage Deinen Schmerz wie eine Brille.
Er lässt Dich klar sehen.

Trage Deinen Schmerz,
Und behalte Deine Leichtigkeit.
Es ist nur Schmerz.

Dein Schmerz hat Dich zu dem gemacht, was Du bist. Gib ihm den Platz, den er braucht.

Trage Deinen Schmerz wie ein Abzeichen.
Auf Deiner Brust,
Sichtbar für jeden.

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Ein ganzer Tag

6 03 2014

Ein ganzer Tag
(c) Bernhard Friedrich

Wenn die Sonne am Horizont verschwindet, und das runde Gesicht des Vollmonds langsam in den Abendhimmel steigt.
Schließe ich die Augen und träume mich zu Dir.

Wenn der Mond dann gemächlich seine Bahn zieht, und das schale Licht nach und nach auf alle Seiten der nächtlichen Berge und Wälder fällt.
Habe ich die Augen zu und träume von Dir.

Wenn er dann seine Runde beendet, und sich vorsichtig, fast zärtlich, der neue Tag ankündigt,
Streifen meine Gedanken zärtlich über Deinen Körper.

Wenn das Sonnenlicht mit voller Macht den neuen Tag erhellt.
Spüre ich Dich ganz nah bei mir.

Wenn die Sonne ihre Reise tut, ich beschäftigt den ganzen Tag erlebe, 1000 Dinge tue.
Bist Du immer ein bisschen mit dabei.

Und manchmal, in den kurzen, stillen Momenten,
Mach ich die Augen zu,
Spür Dich ganz stark,
Und atme einen Augenblick lang
Nur für Dich.





Egal was Du tust

19 02 2014

(c) Bernhard Friedrich

Tu es weil Du es willst
Tu es weil Dein Herz Dich dazu drängt
Tu es mit Leidenschaft
Tu es mit Liebe
Tu es mit allem, was Du bist.

Tu es nicht für Aufmerksamkeit
Tu es nicht für Bestätigung
Tu es nicht um dazu zu gehören
Tu es nicht um etwas zu erreichen
Tu es nicht für Applaus.

Wenn es tief aus Dir kommt
Wenn Du es an die Oberfläche lässt
Wenn Du etwas aus Deinem Inneren
in der physischen Welt real werden lässt,

Kann es nicht anders sein
Kann es nicht besser sein
Kann es nicht falsch oder richtig sein.

Es ist genau das, was es ist
Und es ist perfekt
Genau so
Wie es ist.

Tu es.
Tu es.
Tu es.
Nur für Dich.

Egal was Du tust.





Zwischen uns

14 01 2014

(c) Bernhard Friedrich

Es gibt etwas zwischen uns.
Und damit meine ich nicht diese besondere Verbindung – dieses Wiedererkennen – das sich in endlos vielen Details zeigt. Das in jedem zweiten Satz oder Gedanken auftaucht und bewirkt, dass sich unsere Erfahrungen und Erkenntnisse wie zwei Seiten eines gemeinsamen Erlebnisses anhören.
Ein gemeinsamer Weg, gegangen ohne uns zu kennen.

Aber da ist noch etwas zwischen uns –
es steht zwischen uns.
Es ist eine heimliche Distanz, eine subtile Schicht, etwas, das Dich umgibt, überzieht, ummantelt.

Wie nach einer kalten, klaren Winternacht jedes Blatt, jeden Halm, jedes Stück Oberfläche von Raureif eingehüllt ist, so bist auch Du eingehüllt.
Dünn, zart, zerbrechlich ist Deine Hülle, und klar spürbar.

Du hast es gewählt, mit mir hier zu liegen.
Du hast Dich entschieden, mir nahe zu sein.
Wenn ich Dich berühre, zärtlich und geschmeidig, oder fest und fordernd, egal. Ich spüre diese Schicht, diese Distanz zwischen meiner und Deiner Haut. Die Eiskristalle, die die Nähe verändern, den Kontakt abkühlen. Deinen Widerstand, Deine Angst, Deinen Versuch, Dich nicht voll berühren zu lassen – mich nicht ganz zu Dir zu lassen.

So nah Du mich auch lässt,
So nah Du mich in dem Moment auch willst.
Es steht etwas zwischen uns,
Hält mich von Dir fern.
Dein Körper ist hier,
Dein Geist ist hier,
Dein Herz schlägt woanders.
Du gehörst nicht in meine Arme.
Du bist die Frau eines Anderen.





Platz frei

10 01 2014

(c) Bernhard Friedrich

Tür zu
Tür zu
Tür zu
Schild „Platz frei“
Tür auf
Bernhard rein
Bernhard drin
Bernhard raus
Tür zu
Schild weg
Sorry, Platz war doch nicht frei
Bernhard: „WTF?!“





Im Fluss

9 01 2014

(c) Bernhard Friedrich

Alles unter Kontrolle.
Natürlich.
Nicht dass ich von Natur aus alles unter Kontrolle habe.
Aber natürlich hab ich alles unter Kontrolle.
Hätt ich zumindest gern.
Dacht ich zumindest, dass ich hab.
Dass ich kann.
Dass ich will.

Und dann kommst Du daher.
Einfach so.
Stehst neben mir,
siehst mich an,
lächelst,
sprichst mit mir.
Lang.
Tief.
Intensiv.
Und plötzlich weiß ich, dass ich gar nichts unter Kontrolle hab.

Wenn der Austausch ein bestimmtes Maß an Oberflächlichkeit verlässt und in die Tiefe geht, ist es mit Kontrolle vorbei.
Dann ist nur mehr „Hosen runter“ und „Karten auf den Tisch“ angesagt.
Wenn der Schein, den ich künstlich hochhalte, nicht mehr hell genug ist, um zu leuchten,
Wenn kluge Sprüche und geistreiche Bemerkungen unnötig sind,
Wenns weder drum geht, Recht zu haben,
noch clever zu sein.
Wenn man sich auf Augenhöhe trifft.
Wenn der Horizont größer wird,
Die Wahrnehmung tiefer,
Wenn das Sein anfängt durchzuschimmern.

Ja, dann sind die Karten auf dem Tisch.
Und dann ist nix mehr mit Kontrolle.

Dann wird der Austausch zum Tanz.
Zum ganzheitlichen Erlebnis.
Dann muss und darf ich alles von mir einbringen, nichts zurückhalten, ganz ich selbst sein.
Sein, nicht tun.
Einfach ich.
Einfach Du.
Ohne Kontrolle.
Im Tanz.
Im Fluss.

 

 

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Der Duft Deiner Haut

9 01 2014

(c) Bernhard Friedrich

Der Duft deiner Haut hängt noch an mir.
Ich trage Deine Berührung wie einen Mantel.
Noch immer spüre ich Deine zarte Haut unter meinen Fingerspitzen.
Deine Hände auf mir.
Deine Zehen, wie sie meine berühren.
Vier Knie aneinander.
Und Deine Haare kitzeln mich noch immer in der Nase.
Dein Nacken auf meinem Arm.
Unterdrückt den Blutfluss.
Es schmerzt.
Es ist mir egal.
Ich werd mich nicht bewegen.
Du auf meinen Arm, so ist es.
Und so bleibt es.
Hier zu liegen und Dich zu halten.
In diesem zeitlosen und magischen Moment.

Es war, als wäre es nicht von dieser Welt.
Wie nichts, was ich mir hätte wünschen können.
Zu echt, zu nah, zu wahr, um die ganze Tiefe des Moments wahrnehmen zu können.
Betrunken vom Alkohol.
Betrunken von der Berührung.
Betrunken davon, nicht zu wissen wie es so weit kommen konnte.
Wie Du in meinen Armen gelandet bist.
Wie ich in Deinen gelandet bin.
Wie wir hier gelandet sind.
Wir. Hier.
So nah.

Und mit jedem Atemzug,
Mit jedem mal, dass ich einatme,
Atme ich Dich ein,
Atme ich Dich.

Ganz egal wie wunderschön,
Wie tief,
Wie magisch es ist.
Es fühlt sich zeitlos an, aber es ist nicht zeitlos.
Ich kann meinen Atem nicht für immer anhalten.
Ich kann ihn nicht für immer anhalten.
Ich kann ihn einfach nicht halten.
Ich kann Dich nicht halten.
Ich kann’s nicht.

Ich muss ausatmen.
Ich muss Dich loslassen.
Und ich lasse los.
Ich lasse Dich los.
Bitte geh nicht.
Aber Du gehst.

Je näher es wird, desto mehr tut’s weh.
Aber der Duft deiner Haut hängt noch an mir.
Ich trage Deine Berührung wie einen Mantel.

 

(Deutsche Übersetzung von ‚The smell of your skin‘ )

(c) Bernhard Friedrich

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