Aus für das Stockholm Syndrom

24 02 2011

Da gehen ihm plötzlich, nach vielen Jahren der Solidarität, die Augen auf.

Und ihm wird überhaupt erst bewusst, dass er eine Geisel ist, die sich mit dem Entführer verbündet hat.

Was bedeutet das?

Ungefragt, dass sich die Kooperationsbereitschaft ändert.

Dass er anfängt nach Freiheit zu suchen.

Nach Freiheit zu rufen.

Zu schreien.

Sich nichts mehr gefallen lässt.

Und nicht mehr mitspielt.

Rebelliert.

Sagt, was Sache ist.

Klar, deutlich.

 

Wenn der Körper ein Gefühl für sein Recht auf Freiheit bekommt, fängt er an, ehrlich zu sein. Und sagt Dinge – die er vorher stillschweigend geduldet hat – in schonungsloser Klarheit.

Und ich als Geiselnehmer muss jetzt lernen zuzuhören.

(Danke, Christian!)


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